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High-Tech-Baustoff Glas: Transparenz mit Mehrfachnutzen

(3.10.2003) Fenster galten lange Jahre als "Energie-Löcher" des Hauses. Durch moderne Gläser erreichen sie jedoch inzwischen Wärmedämmwerte, die sich denen massiver Wände annähern. Dabei bleibt die Lichtdurchlässigkeit nahezu unverändert. Dafür sorgen High-Tech-Beschichtungen (z. B. bei iplus S von Interpane) auf den Scheiben. Doch der transparente Baustoff kann sogar noch mehr leisten: Multifunktionsgläser bieten z. B. neben Wärme- auch Schallschutz oder erhöhte Einbruchsicherheit.

Modernes Warmglas wie iplus S bietet dreifachen Nutzen.

  • Ein hoher Wärmedämmwert (Fachbegriff: Ug = 1,2 W/m²K) verhindert, dass Heizenergie verloren geht.
  • Es bleibt hell im Haus, denn die nahezu unsichtbare Schicht lässt viel Licht nach innen (Lichtdurchlässigkeit: 81 Prozent).
  • Langwellige, energiereiche Sonnenstrahlen können ebenfalls weitgehend passieren – gerade in der Übergangszeit kann so die Heizung länger ausbleiben (g-Wert 64 Prozent).

Für Neubauten schreibt die Energie-Einsparverordnung (EnEV) hohen Wärmeschutz verbindlich vor, den sogenannten "Niedrigenergiehaus-Standard". Aber großes Einsparpotenzial schlummert vor allem im Gebäudebestand mit veralteten Fenstern. Denn sie können einen beträchtlichen Anteil der Energieverluste im Haus verursachen. Wer herkömmliches Isolierglas oder gar Einfachglas gegen beschichtetes Warmglas tauscht, spürt das im nächsten Winter im Geldbeutel. Nicht nur das: Weniger Energieverbrauch ist zugleich direkter Umweltschutz. Übrigens: Gute Handwerker erledigen den Glastausch bei intakten Rahmen an einem Tag.

Wer sein Eigenheim als Niedrigstenergie- oder Passivhaus plant, greift zu "Superwarmglas" (z. B. iplus 3C S). Dieses Dreifach-Isolierglas erreicht durch zwei beschichtete Scheiben Wärmedämmwerte bis zu 0,5 W/m²K, die sich mit einer massiven Wand vergleichen lassen – und das bei einer Lichtdurchlässigkeit von bis zu 72 Prozent.

Multifunktionsgläser – die "Alleskönner"

Häufig stellt die Wohnsituation besonders an die Verglasung hohe Anforderungen. Lärmgeplagte Großstädter suchen beispielsweise neben Wärmedämmung auch Schallschutz und erhöhte Sicherheit. Hierfür gibt es Multifunktionsgläser wie z. B. iplus city S. Es verbindet komfortablen Wärmeschutz (Ug = 1,1 W/m²K) mit wirksamer Einbruchsicherheit (durchwurfhemmend) und verbessertem Schallschutz (38 dB).

zur Erinnerung

U-Wert: Mit der Angleichung der Normen in Europa gibt es den "k-Wert" nicht mehr. Ihn ersetzte der U-Wert (Wärmedurchgangs-Koeffizient). Er ist das Maß für den Wärmeverlust eines Gebäudes: Je kleiner der U-Wert (in W/m²K), desto höher die Wärmedämmung.

Uv oder Ug: Für Glas bekommt der U-Wert zusätzlich den Index "V" ("Verglasung") oder "g" (engl. "glass"). Beim Uv-Wert wurde bisher eine Temperaturdifferenz von zehn K (Kelvin) zugrunde gelegt. Seit Einführung der neuen Bauregel-Liste im März 2003 ist aufgrund der neuen europäischen Normen nur noch der Ug-Wert gültig. Dieser wird mit einer Temperaturdifferenz von 15 K ermittelt. Das führt im Vergleich zum alten Uv-Wert teilweise zu vermeintlich schlechteren Werten – sie steigen z. B. bei Zweifach-Isolierglas um rund 0,1. An der Wärmedämmfähigkeit eines konkreten Glases ändert sich also nichts.

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