Redaktion  || < älter 2003/1034 jünger > >>|  

Zinsentwicklung bleibt günstig

(22.9.2003) Die Zinsen für Baugeld haben auch in der vergangenen Woche wiederum leicht nachgegeben. Damit setzt sich die Entspannung am Rentenmarkt von den USA ausgehend fort. Während in den letzten Tagen keine besonderen Konjunkturzahlen die Tendenz an den Kapitalmärkten beeinflusst haben, gibt die Veröffentlichung des Protokolls der August-Sitzung der US-Notenbank Einblick in die aktuelle Einschätzung der amerikanischen Konjunkturentwicklung. Der Zentralbankrat geht von einer Erholung der US-Konjunktur aus, sieht aber im Gegensatz zu sonstigen Erholungsphasen keine Notwendigkeit mit raschen Leitzinserhöhungen etwaigen inflationären Entwicklungen entgegenzuwirken. Dazu ist dieses Mal die grundsätzliche Preisentwicklung zu "disinflationär". Das heißt, dass weiterhin die Gefahr sinkender Inflationsraten mit der Neigung zur Deflation besteht. Die Begründung liegt in der historisch niedrigen Kapazitätsauslastung der Unternehmen, die trotz Wachstum nur langsam steigt und damit keine Impulse für mehr Arbeitsplätze bringt. Stabile Leitzinsen in den USA bedeuten aber aufgrund der ohnehin sehr steilen Zinsstrukturkurve (die kurzfristigen Leitzinsen liegen bei 1% - die 10-jährigen Staatsanleihen bei 4,25%) nur eine beschränkte Gefahr von höheren Langfristzinsen weltweit.

In Europa und besonders in Deutschland erholt sich der private Konsum nur langsam. Mit 56% am Bruttosozialprodukt bringt dieser Konsum allerdings den stärksten Beitrag zur Konjunkturentwicklung. So lange die Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt - in Bezug auf die Sozialsysteme und die Belastungen die auf die privaten Haushalte zukommen - bestehen bleibt, so lange wird die Konsumneigung schwach bleiben. Damit sieht Robert Haselsteiner, Gründer und Vorstand der INTERHYP AG, auch für die EZB keine Spielräume, die Leitzinsen in den nächsten Monaten anzuheben.

Vor dem Hintergrund niedriger Zinsen ist es wichtig, die Tilgung nicht wie traditionell üblich mit 1% zu wählen, sondern mit zumindest 2% zu kalkulieren. Während bei 1% Tilgung und einem Zinsniveau von 5% die Finanzierung rund 40 Jahre bis zu endgültigen Rückzahlung läuft, senkt die höhere Tilgung die Gesamtlaufzeit auf den viel realistischeren Zeitraum von 25 Jahren ab. Besonders flexible Sondertilgungsmöglichkeiten bieten Kombi-Darlehen, bei denen bis zu 25% der Finanzierungssumme an den historisch niedrigen 3-Monats-Euribor-Satz gebunden sind. Damit sinkt die laufende Belastung und der variable Teil kann jederzeit teilweise oder gänzlich getilgt werden - ohne dass auf den Festzinsteil die sonst üblichen Aufschläge für Sondertilgungsoptionen zu zahlen sind. Die Bestsätze für Annuitätendarlehen liegen derzeit

  • für 5 Jahre bei 3,88%,
  • für 10 Jahre bei 4,53%,
  • für 15 Jahre bei 4,94% und
  • für 20 Jahre bei 5,31%.

Tendenz:

  • kurzfristig: seitwärts
  • mittelfristig: abwärts

siehe auch:

ausgewählte weitere Meldungen: