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eGoverment-Projekt MEDIA@Komm soll nun in die Fläche gebracht werden

(15.8.2003) Das kurz vor dem Abschluss stehende Projekt "MEDIA@Komm", welches national und international auf große Beachtung gestoßen ist, soll nun durch eine Transfer-Kampagne in die Fläche gebracht werden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit beabsichtigt in Kooperation mit den kommunalen Spitzenverbänden eine "Standardisierungs- und Transfermaßnahme für kommunales eGovernment" durchzuführen. Zwanzig ausgewählte kommunale Gebietskörperschaften sollen zu so genannten Transferstädten ernannt werden, um das vorhandene Wissen und die neuen Produkte und Dienstleistungen flächendeckend verfügbar zu machen. Geplant sind u. a. regionale Veranstaltungen, Einbindung in ein Netzwerk führender eGoverment-Kommunen in Deutschland und die frühzeitige Teilhabe an der Weiterentwicklung von eGoverment-Aktivitäten.

Das seinerzeit vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, heute Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA), initiierte Projekt "MEDIA@Komm" läuft nach 3-jährigem Projektverlauf gegen Ende des Jahres 2003 aus. Nicht nur in den drei Siegerstädten Bremen, Esslingen (mit Ostfildern) und dem Städteverbund Nürnberg (mit den Städten Fürth, Erlangen, Bayreuth und Schwabach) hat das MEDIA@Komm-Projekt zahlreiche Initiativen zur Entwicklung von eGovernment in der Kommunalverwaltung entfacht. Es haben sich vielmehr um das Projekt herum ergänzende Aktivitäten in Sachen eGovernment entfaltet. So wurde unter anderem der OSCI (Online Services Computer Interface) Protokollstandard entwickelt, auf den sich die öffentliche Verwaltung zwischenzeitlich als verbindlichen Standard festgelegt hat. Auf diesem Standard aufsetzend wurden und werden inzwischen unter anderem die Verfahren XMeld für den Bereich des Meldewesens (Freie Hansestadt Bremen), XBau für den Bereich des Bauwesens (Stadt Esslingen; siehe Meldung vom 7.3.2003) und XSozial für den Bereich des Sozialwesens (Stadt Nürnberg) entwickelt. Insgesamt wurden rund 300 Online-Lösungen für das kommunale eGovernment geschaffen und erprobt, davon etwa 200 mit elektronischer Signatur. Darüber hinaus hat die Begleitforschung zu MEDIA@Komm einen Katalog "Erfolgsfaktoren" mit Leitlinien, was bei der Gestaltung virtueller Rathäuser zu beachten ist, vorgelegt.

Das BMWA beabsichtigt nunmehr die Durchführung einer "Standardisierungs- und Transfermaßnahme für kommunales eGovernment". Die Marke MEDIA@Komm soll in den nächsten Jahren für besonders fortgeschrittene Konzepte und Lösungen stehen – weit über die bisherigen Projekte hinaus. Um eine breitflächige Durchdringung von kommunalen eGovernment-Anwendungen und Erfahrungen zu stimulieren, sollen in ca. 20 kommunalen Gebietskörperschaften (Städte, Kreise und Gemeinden, im Folgenden zum Zweck der vereinfachten Schreibweise "Transfer-Städte" genannt) - verteilt über die Bundesländer - so genannte "Kompetenzzentren" eingerichtet werden. Die Transferstädte sollen schwerpunktmäßig in den einzelnen Regionen (aber darüber hinaus auch mit bundesweiter Ausstrahlung) die Weiterentwicklung und Standardisierung von eGovernment und seinen Anwendungen in verschiedenen Fachressorts fördern helfen und ihr erworbenes Wissen auch an andere Verwaltungen weitergeben. Es ist daran gedacht, dass jeweils eine Transferstadt für einen bestimmtes Schwerpunktthema (Fachverfahren oder Querschnittaspekt wie etwa: Qualifizierung strategisches Vorgehen, Sicherheit oder Kosten-/Nutzen-Abschätzung) eine Art Federführung übernehmen könnte, so dass - als Ziel - ein bundesweit flächendeckendes Netz von Kompetenzzentren entsteht, das sich nach fachlichen bzw. thematischen Schwerpunkten gliedert.

Die gesuchten Transferstädte sollen also zu Diffusions- und Entwicklungskernen für eGovernment werden. Es sollen dort Veranstaltungen durchgeführt werden, die der Sensibilisierung, Motivation, Wissensvermittlung, Vermittlung von Orientierung und Sicherheit im Handeln bei der Realisierung kommunaler eGovernment-Anwendungen dienen sollen.

Mit der Auswahl und Auszeichnung als Transferstadt für MEDIA@KommTransfer, die von einer Fachjury vorgenommen wird, sind für die ausgewählten Kommunen u. a. folgende Vorteile verbunden:

ERSTENS: Transferstädte werden bei der Entwicklung und der Fortentwicklung von eGovernment-Aktivitäten frühzeitig in (bundesweit ausstrahlende) Maßnahmen eingebunden, z. B. durch die angebotene ...

  • Mitwirkungsmöglichkeit bei der Entwicklung neuer Standardisierungsschritte
  • Beteiligung bei der Entwicklung integrativer eGovernment-Strategien
  • Einflussnahme auf die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen und Entscheidungshilfen
  • Verbreitung des eGovernment-Fortschritts im regionalen Umfeld (Anstoß, Konzeption, Umsetzung)

ZWEITENS: Transferstädte erfahren eine aktive Unterstützung bei der gemeinsamen Durchführung von MEDIA@Komm-Transfer-Informationsveranstaltungen vor Ort durch eine vom Bund beauftragte Einrichtung. Auf den Veranstaltungen sollen Ergebnisse und Umsetzungserfahrungen aus der MEDIA@Komm-Initiative, gute kommunale eGovernment Praxisbeispiele und andere Projekte (mit kommunaler Relevanz) des Bundes oder der Länder unter besonderer Hervorhebung der Aktivitäten der jeweiligen Transferstadt vorgestellt werden. Dazu gehört z. B. die:

  • Demonstration ausgewählter und erprobter Anwendungen in Fachverfahren
  • Präsentation und Diskussion von Querschnittsthemen wie z. B. Geschäftsprozessoptimierung, Signaturanwendung, Archivierung
  • Darstellung von Erfolgsfaktoren, aber auch der "Fallstricke" für Innovations- und Veränderungsprozesse
  • Durchführung von Workshops für den vertieften Erfahrungsaustausch
  • Vermittlung von Anleitungen für einen selbst organisierten Modernisierungsprozess.

DRITTENS: Transferstädte erhalten die Möglichkeit in ein Netzwerk führender eGovernment-Kommunen in Deutschland eingebunden zu werden. Dazu zählt die:

  • Aufnahme als Transferstadt in einer eGovernment-Plattform
  • Mitwirkung in Kompetenznetzwerken
  • Mitwirkung beim Aufbau von Wissensspeichern und Learning-Communities
  • Möglichkeit zur Selbstdarstellung.

Das Informations- und Kompetenznetzwerk sowie der Wissensspeicher werden hauptverantwortlich durch die vom BMWA beauftragten Einrichtungen aufgebaut und koordiniert. Diese wird auch den konzeptionellen Rahmen für die jeweiligen Veranstaltungen vor Ort vorgeben. MEDIA@KommTransfer ist auf zwei Jahre angelegt und wird voraussichtlich vom 1. Quartal 2004 bis zum 4. Quartal 2005 dauern. Das BMWA unterstützt die Durchführung der Kampagne durch Vergabe eines Auftrags. Dieser schließt insbesondere die Erstellung des Gesamtkonzepts für die Transfer-Kampagne, die inhaltliche Vorbereitung der Veranstaltungen in den Transfer-Städten sowie den Aufbau eines bundesweiten Informations- und Standardisierungsnetzwerks (s. Punkt 3) ein.

Kommunale Gebietskörperschaften, die Interesse an einer Teilnahme an MEDIA@KommTransfer haben, werden von der Fachjury unter anderem nach folgenden Auswahlkriterien ausgewählt. Es wird bewertet, ob die sich bewerbende Transferstadt ...

  • über Potenzial und/oder Kompetenz im kommunalen eGovernment und bereits fortgeschrittenen elektronische Verwaltungsstrukturen verfügt
  • eine Bereitschaft zur Mitwirkung an relevanten Standardisierungen und gegebenenfalls zum Aufbau von Stützpunkten zur Standardisierung von Datenmodellen für Fachverfahren erklärt
  • bei der Durchführung von Informationsveranstaltungen vor Ort substanzielle Unterstützung bei Logistik, Infrastruktur und Publikation gewähren kann
  • über Konzepte und Engagement sowie die erforderliche Offenheit für kommunale Modernisierungsprozesse (Change Management) verfügt
  • eine gute Aussicht auf eine nachhaltige Wirkung und Verbreitung von eGovernment Maßnahmen vermittelt
  • über ausreichende Ausstrahlungskraft und das notwendige Transferpotenzial im jeweiligen Bundesland und darüber hinaus verfügt
  • Multiplikatorenfunktionen in Standardisierung und Wissensvermittlung wahrnehmen kann.

Bewerben können sich alle kommunalen Gebietskörperschaften. In einem ersten Schritt wird nach Eingang der Interessensbekundungen unter anderem nach o. a. Kriterien und auch nach Gesichtspunkten der geographischen Verteilung eine erste Vorauswahl getroffen, welche Kommunen als MEDIA@KommTransferstädte in Frage kommen könnten. Diese werden in einem zweiten Schritt entsprechend benachrichtigt und aufgefordert, eine Bewerbung unter Beifügung eines ersten Grobkonzeptes zu den Auswahlkriterien abzugeben. Aus diesen Bewerbungen werden sodann die vorgesehen ca. 20 kommunalen Gebietskörperschaften für MEDIA@KommTransfer von der Jury ausgewählt.

Interessierte Städte und Gemeinden werden um Rücksendung eines entsprechenden Abfragebogens (siehe am Ende dieser PDF-Datei) bis spätetens zum 25. 08. 2003. Der Bogen kann unter www.dstgb.de auch online ausgefüllt und abgeschickt werden.

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