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"Gebaute Visionen aus Glas" - Rege Teilnahme beim Architektenseminar in Leipzig

(16.4.2003) Über 250 Teilnehmer informierten sich beim zweiten SAINT-GOBAIN-GLASS-Architektenseminar am 6. März 2003 über "Gebaute Visionen aus Glas" in Leipzig. An Hand von sechs "visionären" Architekturprojekten erhielten sie spannende Einblicke in konkrete Problemlösungen, die in enger Zusammenarbeit zwischen Architekten und Glasindustrie entwickelt wurden.

Murphy/Jahn Architects, Chicago, erläuterten die Neuentwicklungen für den gläsernen Innenausbau des Post-Towers in Bonn. Vier Projekte zeigten Innovationen im konstruktiven Glasbau wie die kalt gebogene Glasüberdachung in Wasseralfingen oder die punktgehaltene Fassade mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung in Nürnberg. Das komplexe Thema der Tageslichtlenkung verdeutlichten Deilmann Koch Architekten am Beispiel des neuen Bürogebäudes Schwannstraße in Düsseldorf. Allen Projekten gemeinsam: Nur im Team konnten Architekten, Glasindustrie und beteiligte Firmen wirklich Visionäres entwickeln.

Innenausbau Post-Tower, Bonn Murphy/Jahn INC. Architects, Chicago

Ein Hochhaus ganz aus Glas, außen wie innen so transparent wie möglich: Dies war der Wunsch des Bauherren Deutsche Post AG in Bonn für seinen neuen Verwaltungssitz, in unmittelbarer Nachbarschaft des Langen Eugen und des Schürmannbaus in den Rheinauen gelegen. So besteht das Innere der beiden versetzten Turm-Halbkreiselemente nahezu vollständig aus gläsernen Trennwänden und Türen, zum Teil auch aus Glasböden. Für die Büro- und Flurtrennwände entwickelte das Projektteam ein neuartiges, schraubenlos zu montierendes flexibles gläsernes Trennwandsystem aus SGG DIAMANT SECURIT und GEZE IGG. Es besteht aus insgesamt rund 33.900 m² weißen, in den Regelgeschossen 2,78 m hohen und 39 mm starken Glaselementen, die in spezielle Sockelprofile an der Decke und am Boden eingeführt und anschließend ausgerichtet wurden. Das Besondere des IGG Systems (Integriertes Ganz-Glas-System) ist das Verschwinden der Funktionselemente im Glas. Fluchttreppenhäuser, Aufzüge und die so genannten Skygärten (Kommunikationsbereiche in jeder 9. Etage) sind ebenfalls aus Glas.
Im Vorstandsbereich ist zudem SGG PRIVA LITE an verschiedenen Stellen in das IGG-System eingebaut worden. Dieses Glas ermöglicht es, je nach Bedarf zwischen durchsichtigem und undurchsichtigem Modus zu wechseln.

Geschäftsgebäude Deloitte & Touche, Schwannstraße Düsseldorf Deilmann Koch Architekten Stadtplaner

Die neue Firmenzentrale von Deloitte & Touche findet unter einem 3.500 m² großen Glasdach Platz - unter der zurzeit größten frei tragenden Glaskuppelkonstruktion Deutschlands. Die gesamte Architektur ist auf die größtmögliche Nutzung von Tageslicht in der Gebäudetiefe ausgerichtet. Das Novum dieses Gebäudes: In den meisten Bereichen ist die Fassade mit dem speziellen Licht lenkenden Glas SGG LUMITOP im Oberlicht des Scheibenzwischenraums ausgestattet, um eine gleichmäßige Verteilung des Tageslichts im Raum zu gewährleisten. Dieses Glas wurde speziell für dieses Bauvorhaben weiterentwickelt: ein innen liegender Siebdruck und eine außen aufgetragene Lichtlenk-Ornamentstruktur sorgen für eine sehr gute Blendschutzwirkung. Die darunter liegenden senkrechten Fassadenelemente bestehen aus dem Wärmeschutzisolierglas SGG CLIMAPLUS FUTUR N mit innen liegender Sonnenschutzlamelle, Absturzsicherung und teilweiser Beschusshemmung. Dieses variable und witterungsgeschützte System lässt zum einen weniger Sonnenwärme in die Räume, ermöglicht andererseits aber den freien Blick nach draußen.

Hersteller der Glaselemente sind die beiden Produktionsgesellschaften der SAINT-GOBAIN GLASS Deutschland, - nämlich die Glasverarbeitung Maltitz GmbH, Lucka, und die Kinon Sicherheitsglas GmbH, Aachen.

Verwaltungsgebäude Telekom Karolinenstraße Nürnberg Architekten Niederwöhrmeier + Kief

Markantes Augenmerk des neuen Verwaltungsgebäudes der Telekom in der Karolinenstraße in Nürnberg ist die filigrane Schaufensterverglasung. Die 5,10 m hohen Glaselemente sind im Raster von 2,50 m mit jeweils vier Punkthaltern in der Vertikalen befestigt, die die auftretenden Windkräfte an die aussteifende Glasschwertkonstruktion weitergeben. Die Glasschwerter sind 0,50 m tief und als Dreifach-Verbundglas ausgeführt. Dieses System ist in Anlehnung an die vorhandene allgemeine bauaufsichtliche Zulassung von SGG LITE-WALL mono realisiert worden und ist damit ein Beispiel des konstruktiven Glasbaus für eine Realisierung mit einem unkomplizierten Verfahren ohne aufwändige und teure bauaufsichtliche Zustimmung im Einzelfall.

Gläserne Karstadt-Brücke Dortmund Heine Architekten, Hamburg

Ein gläserner Verbindungssteg in 11,50 Metern Höhe verbindet den Alt- mit dem Neubau des Karstadt Warenhauses in Dortmund. Frei spannend über 13 Meter, mit einer Einhausung von ca. 3 x 3 m vereint er Transparenz und filigrane Konstruktion. Das Besondere an der Brücke ist das POINT XS System mit Dübeln, die als Hinterschnittsystem ausgeführt sind, d.h. die Bohrungen durchdringen die Glasscheibe nicht vollständig: Es wird ein so genanntes Hinterschnittloch gebohrt und die Scheibe punktuell mit sehr kleinen kaum sichtbaren Punkthaltern gehalten. Die gläserne Brücke besteht aus einer Stahlträger-Konstruktion, die durch Stahlzugbänder von der Fassade abgehängt ist. Die Aussteifung des Glasaufbaus erfolgt in Querrichtung durch Rahmen aus vertikalen Glasstützen und horizontalem Glasbalken. Alle Verbindungen der Vertikal- und Dachglasscheiben untereinander sind mit SGG Point XS ausgeführt. Den Boden bilden begehbare Glasscheiben.

Loggia Wasseralfingen Architekten der freien Planungsgruppe 7

Für den neu gestalteten Innenstadtbereich der Stadt Wasseralfingen hat die Planungsgruppe 7 eine frei stehende Überdachung mit primär tragendem Glas entworfen: den "Glashimmel über Wolkenrändern". Das Team um Architekten, Auftraggeber und Maier Glas GmbH, einem CLIMALIT Partner der SAINT-GOBAIN GLASS, entwickelte eine besonders leicht wirkende transparente Lösung eines gläsernen Dachs mit sehr großen Stützweiten ohne weitere Unterspannung: Sieben kalt gebogene Scheiben mit 5,40 m Spannweite und 1,99 m Breite sind auf einer filigranen Stahlstützkonstruktion aufgelagert. Durch das Biegen der Scheiben bei 60° C wurde die Verbundwirkung so weit wie möglich reduziert, um geringe dauerhafte Biegezugspannungen im System einzuprägen. Die Scheibenelemente bestehen aus zwei ESG-Scheiben mit 12 mm Dicke und einer PVB-Zwischenschicht von 1,9 mm. Diese Zwischenschicht bestimmt die Gesamtsteifigkeit der VSG-Elemente in Abhängigkeit von der Temperatur. Für die Lagerung und die Einleitung der Horizontalkräfte aus den Zugstäben wurden speziell für dieses Tragwerk Glashalter entwickelt.

Structural Glazing Fassade Verwaltungsbau Löwenbräu München Betz Architekten

Blickfang des Verwaltungsbaus der Löwenbräu AG in München ist die 20 Meter hohe vollkommen verglaste und 4.500 m² umfassende Fassade. Sie ist als Structural-glazing-Konstruktion ohne sichtbare Lastabtragung gefertigt. Neben der statischen Verklebung wird die Sicherung der äußeren Scheibe oberhalb von 8 m nur über die neu entwickelten, von außen nicht sichtbaren Federklammern abgetragen. Das Resultat ist eine sehr transparente und filigrane Konstruktion, nur unterbrochen durch die schmale Tragkonstruktion.

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