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Pro-Kopf-Wohnfläche in Deutschland jetzt bei 40 Quadratmetern

(26.2.2003) Die durchschnittliche Wohnfläche, über die jeder Bundesbürger verfügt, ist auch im Jahr 2002 weiter gestiegen. Nach Berechnungen des ifs Städtebauinstituts hat sie gegenüber 2001 um 0,4 Quadratmeter von 39,8 auf 40,2 Quadratmeter zugenommen und damit einen neuen Höchststand erreicht. Zwischen Ost- und Westdeutschland habe sich die Annäherung in der Wohnungsversorgung weiter fortgesetzt. Während 1989, also vor der Wiedervereinigung, westdeutschen Bundesbürgern mit 36,7 Quadratmetern 9,3 Quadratmeter mehr Wohnfläche pro Einwohner zur Verfügung gestanden hätten als ostdeutschen Bürgern mit 27,4 Quadratmetern, habe sich der Unterschied bis 2002 - 40,7 Quadratmeter in Westdeutschland und 37,2 Quadratmeter in Ostdeutschland – auf nur noch 3,5 Quadratmeter reduziert.

ifs - Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen e.V., Wohnfläche, Städtebauinstitut, Gesamtwohnfläche, Neubauzahlen

Dr. Stefan Jokl, Leiter des Instituts: "Für diese Entwicklung gibt es vor allem zwei Ursachen: Zum einen ist die Gesamtwohnfläche - trotz des Rückgangs der Neubauzahlen seit 1996 - weiter gestiegen. Zum anderen hat die Bevölkerungszahl in Deutschland in den letzten vier Jahren im Vergleich zu den Jahren davor nur noch sehr langsam zugenommen. Beide Effekte bewirken, dass die Wohnfläche pro Einwohner automatisch steigt. Außerdem nimmt die durchschnittliche Haushaltsgröße weiter ab; es wird also auch von daher mehr Pro-Kopf-Wohnfläche nachgefragt."

Der Anstieg der Pro-Kopf-Wohnfläche sei in Westdeutschland 2002 im Vergleich zu 2001 mit einem Zuwachs von 0,2 Quadratmetern von 40,5 auf 40,7 Quadratmeter erneut geringer gewesen als in Ostdeutschland. In den ostdeutschen Bundesländern habe die durchschnittliche Wohnfläche um 0,5 Quadratmeter und damit mehr als doppelt so stark von 36,7 Quadratmeter auf 37,2 Quadratmeter zugenommen. Das Städtebauinstitut hebt hervor, seit 1989 sei damit die Wohnfläche in Ostdeutschland um fast 10 Quadratmeter (9,8 = 35,8 Prozent) gestiegen; in Westdeutschland habe der Zuwachs dagegen "nur" 4,0 Quadratmeter (= 10,9 Prozent) betragen.

Im innerdeutschen Vergleich gebe es zwischen den einzelnen Bundesländern – so das ifs – erhebliche Unterschiede: An der Spitze der durchschnittlichen Wohnfläche pro Bundesbürger stehe unverändert das Saarland mit 45,4 Quadratmetern, gefolgt von Rheinland-Pfalz mit 44,3 und Niedersachsen mit 42,9 Quadratmetern. Am Ende dieser Skala rangierten – trotz deutlicher Verbesserungen in den letzten Jahren – vor allem die ostdeutschen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern mit 35,7, Brandenburg und Thüringen mit jeweils 37,0 Quadratmetern. Hamburg sei in dieser Rangordnung deutlich zurückgefallen und liege mit 35,8 Quadratmetern – mit dem niedrigsten absoluten Zuwachs aller Bundesländer von 0,3 Quadratmetern in den letzten zwei Jahren – an vorletzter Stelle und nur noch geringfügig vor Mecklenburg-Vorpommern. Deutlich überproportionale Zuwächse seit 2000 verzeichneten dagegen die Bundesländer Sachsen-Anhalt mit einem Anstieg um 1,3 auf 38,4 Quadratmeter, das damit Nordrhein-Westfalen erreicht habe, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg mit einem Anstieg um je 1,4 Quadratmeter.

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zumeist jüngere Beiträge, die auf diesen verweisen:

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