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Norddeutsche Bauwirtschaft: "Der Letzte macht das Licht aus"

(16.11.2002) Der Sommermonat August ist normalerweise auf dem Bau der arbeitsintensivste des ganzen Jahres. Aber was ist in diesem Land noch normal? Schleswig-Holstein erzielte im August 2001 noch Umsätze in Höhe von 285 Mio. Euro. Im August 2002 verblieben hiervon nur noch 228 Mio. Euro. Das ist ein Rückgang um 13,9 Prozent! Im Stadtstaat Hamburg sieht es auch nicht besser aus: hier fiel der Umsatz um 12 Prozent von 197 Mio. im August 2001 auf 161 Mio. im August dieses Jahres.

Bei den in die Zukunft gerichteten Auftragseingängen unterscheiden sich die August-Ergebnisse der beiden Bundesländer:

  • Waren es für Hamburg im Juli 2002 noch Aufträge in Höhe von 181 Mio. Euro, so stürzten sie im August 2002 geradezu um zwei Drittel (!) auf 61 Mio. Euro ab. Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeutet dies für die Hansestadt ein dickes Minus von 38 Prozent.
  • In Schleswig-Holstein wurden im August Aufträgen in Höhe von 113 Mio. Euro hereingenommen. Im Juli 2002 waren es noch 118 Mio. Euro - immerhin "nur" ein Minus von 4,2 Prozent.

Leider machte die negative Entwicklung in der Baubranche auch vor den Beschäftigten nicht Halt. In Hamburg verloren im August 2002 verglichen mit August 2001 weitere 1.175 Bauarbeiter ihren Arbeitsplatz (-9,2 Prozent). In Schleswig-Holstein mussten im August 2002 gegenüber dem Vorjahresmonat sogar 3.285 Kollegen (-10,5 Prozent) ihren Helm nehmen.

Thomas Sander, neuer Vorstandsvorsitzender des Norddeutschen Baugewerbeverbandes in Hamburg kommentierte die Lage der Bauwirtschaft so: "Es gäbe viel zu tun in unserer Stadt. Es ist ein enormer Investitionsstau vorhanden. Doch Verbraucher und Investoren sind in höchstem Maße verunsichert durch die wirren Pläne der Bundesregierung. Keiner macht in diesen Zeiten das Portemonnaie auf. Verständlich, aber unsinnig. Nur mit Investitionen können wir diesen Teufelskreis durchbrechen."

Hans-Werner Blöcker, Vorstandsvorsitzender des Bauindustrieverbandes Schleswig-Holstein, ist der gleichen Meinung: "Wenn diese Regierung jetzt nicht ganz schnell die richtigen Weichen stellt mit einer deutlichen Senkung der Lohnnebenkosten, einer Entlastung des Mittelstandes und vernünftigen Reformen in der Steuer- und Wirtschaftspolitik, dann sehen wir auch für das kommende Jahr schwarz. Mit ?Weiter so' kriegen wir die Kurve nicht. In unserer Branche schon gar nicht."

Zur Erinnerung: Die Norddeutsche Bauwirtschaft setzt sich zusammen aus: Baugewerbeverband Schleswig-Holstein, Norddeutscher Baugewerbeverband Hamburg, Bauindustrieverband Schleswig-Holstein, Bauindustrieverband Hamburg.

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