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mit Patina bei einer Dacherneuerung "glänzen"

(20.5.2002) Bei der Dacherneuerung für eine Gutsanlage im Nördlinger Ries kam es zu einer ungewöhnlichen Kombination von Alt und Neu: Das Wohnhaus wurde mit geborgenen Dachziegeln gedeckt, also mit Ziegeln, die bereits ein erstes "Leben" auf anderen Dächern hinter sich haben. Für die ehemalige Scheune reichte das zusammengetragene historische Material nicht mehr aus. Mit einem modernen Biberschwanzziegel in changierender Farbgebung konnte jedoch auch dieses Dach stilgerecht und ohne auffälligen Bruch in das Ensemble eingebunden werden.

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Die Bauherrn wollten bei der Sanierung von Gut Uttenstetten (Landkreis Donau-Ries) einerseits Wohnraum mit zeitgemäßem Komfort schaffen, andererseits aber unbedingt die spezielle Ausstrahlung des historischen Ensembles bewahren. Dabei engagierten sie sich nicht nur für die Erhaltung der äußeren Form der Gebäude, sondern setzten auch ganz bewusst auf überlieferte Ausführungstechniken mit altbewährten Baumaterialien. Diesem Gedanken fühlt sich auch die Handwerkerkooperation der "Vereinten Manufakturen" verpflichtet, die einen großen Teil der Arbeiten an der Gutsanlage ausführte. Die Betriebe der Kooperation pflegen alte handwerkliche Prinzipien, Fertigungsmethoden sowie Kenntnisse und wenden sie für denkmalgerechte Sanierungen vom Rohbau bis zur wohnfertigen Innenausstattung an. Ganz in diesem Sinne wurde für das Gut auf die heutzutage eher seltene Tradition der Umdeckung zurückgegriffen.

Historische Biber für das Wohnhaus

Die alte Ziegeldeckung des Wohnhauses war nicht mehr zu retten. Neue Dachziegel hätten dem Gebäude aber viel von seinem Charme und seiner mit den Jahren gewachsenen Patina genommen. Die Lösung zeichnete sich ab, als die Bauherrn von einem größeren Posten Biberschwanzziegel erfuhren, die beim Abriss alter Gebäude geborgen worden waren. Das mit diesen historischen Bibern ursprünglich geplante Projekt hatte sich zerschlagen und die Ziegel standen zum Verkauf. Weil die Menge immerhin für etwa zwei Drittel des Dachs auf dem Wohnhaus von Uttenstetten reichte, griffen die Bauherrn zu.

Für das restliche Drittel war dann allerdings eine akribische Recherche erforderlich. Im ganzen Nördlinger Ries musste nach Bauvorhaben Ausschau gehalten werden, bei denen Häuser abgerissen oder historische Dächer neu gedeckt wurden. Als sich das Interesse an den alten Ziegeln herumsprach, kamen außerdem Angebote für Biber, die andere Hausbesitzer für eventuelle Reparaturen eingelagert hatten, inzwischen aber nicht mehr benötigten.

Mit einiger Mühe gelang es, 770 m² Biberschwanzdeckung in annähernd gleichen Farben, Formen und Maßen zusammenzutragen. Der Dachdeckerbetrieb Grimmbacher aus Nördlingen übernahm die Deckungsarbeiten, bei denen die Biber der doch sehr unterschiedlichen Teillieferungen hinsichtlich ihrer Qualität zu prüfen und außerdem ausgewogen auf dem Dach zu verteilen waren.


Neue Ziegel fügen sich harmonisch ein

Das Wohnhaus konnte in der Fläche komplett mit geborgenen Bibern gedeckt werden, lediglich der First besteht hier aus neuem Material. Für die ehemalige Scheune, die heute als Festsaal dient, bestand jedoch keine Chance, weitere 740 m² historischer Deckung aufzutreiben. Es musste eine Ziegel aus moderner Produktion gefunden werden, der auf der großen ungestörten Dachfläche der Scheune optisch gut wirken würde, ohne einen offenkundigen Kontrast zur Patina auf dem Dach des Wohnhauses zu bilden. Die Wahl fiel unter diesen Umständen auf den Istighofer Biber mit der Oberfläche Castel aus dem Sortiment der Wiekor Dachprodukte GmbH. Mit einer speziellen Spritzengobierung werden bei diesem Modell mehrere Farbnuancen auf einem Ziegel vereint, so dass ein lebendiges Verlegebild in changierenden Tönen entsteht. Die Profilierungen auf der Oberfläche verstärken die rustikale Wirkung und erinnern an die Abdrücke früherer Handstrichziegel. Der Istighofer Biber fügt sich harmonisch in historische Gebäudeensemble ein. Wie das Nebeneinander von Wohnhaus und Scheune in Uttenstetten zeigt, kann er ohne optischen Bruch mit jahrzehntealten Ziegeldeckungen kombiniert werden.

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