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IG BAU-Bundestarifkommission empfiehlt Schlichtung

(6.5.2002) Die Bundestarifkommission für das Bauhauptgewerbe hat am Montag einstimmig das Scheitern der Tarifverhandlungen erklärt und dem Bundesvorstand der IG Bauen-Agrar-Umwelt empfohlen, den Schlichter Dr. Heiner Geissler anzurufen. - Dies teilte der Bundesvorsitzende der IG BAU, Klaus Wiesehügel, im Anschluss an die Sitzung der Tarifkommission in Frankfurt mit. "Nun läuft die Uhr für einen letzten Versuch, zu einer friedlichen Einigung zu kommen", sagte Wiesehügel. Wenn das nicht gelinge, könnte Anfang Juni der Weg frei sein für den ersten flächendeckenden Arbeitskampf im Baugewerbe in der Geschichte der Bundesrepublik.

Die Tarifparteien des Baugewerbes hatten am Freitagabend die Tarifverhandlungen nach zehnstündigen Beratungen abgebrochen. Damit geht das Baugewerbe nach fünf ergebnislosen Verhandlungsrunden zunächst in eine Schlichtung. Der IG BAU-Vorsitzende erklärte dazu: "Die IG BAU ist bis zuletzt entschlossen gewesen, ein Ergebnis zu erreichen. Wir haben aber nicht einmal ein Lohnangebot bekommen und müssen feststellen, dass die Arbeitgeber erhebliche Denkblockaden aufgebaut haben. Unter diesen Umständen ist keine Einigung in freien Verhandlungen möglich gewesen." Nun werden die Verhandlungen unter anderen Bedingungen - im Schlichtungsverfahren - fortgesetzt. Sollte auch die Schlichtung scheitern, wäre die Friedenspflicht erloschen und die IG BAU könne dann sofort mit der Urabstimmung über einen Arbeitskampf beginnen.

Zunächst werden allerdings nach Angaben der Gewerkschaft die Vorbereitungen für einen Arbeitskampf "ungebremst fortgesetzt", so das für die Streik-Organisation zuständige Vorstandsmitglied Dietmar Schäfers vor der Presse in Frankfurt. Am kommenden Montag (13.05.02) werde der Gewerkschaftsvorstand festlegen, welche Betriebe und Baustellen, die nicht dem Arbeitgeberverband angehören und dementsprechend nicht von der Friedenspflicht erfasst werden, in einer ersten Welle in den Streik genommen werden. "Wir werden die Arbeitgeber überall da treffen, wo sie es am wenigsten vermuten und wo es ihnen am meisten weh tut", erklärte Schäfers.

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