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Eigenheimzulage: Städtetag fordert gezielte Politik gegen Stadtflucht ins Umland

(18.4.2002) Die Stadtflucht der Bürger ins Umland hält an und hat in einigen Städten sogar zugenommen. Wohnungsleerstand, eine sozial unausgewogene Bevölkerungsstruktur sowie verstärktes Verkehrsaufkommen sind nur einige der Folgen, die den Städten erheblich zu schaffen machen. Aus diesem Grund hat sich der Deutsche Städtetag am 18. April in Berlin für eine regional differenzierte Eigenheimzulage ausgesprochen. "Die derzeitige einheitliche Eigenheimzulage verstärkt die Abwanderungstendenz ins Umland geradezu", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Stephan Articus, anlässlich der Pressekonferenz der Initiative Wohneigentum, die diese Auswirkungen bestritten hatte.

Mit der so genannten Eigenheimzulage fördert der Bund den Erwerb von Häusern in ganz Deutschland mit der gleichen Summe. Da aber Grundstücke und Eigentumswohnungen in der Stadt sehr viel knapper und teurer sind als im Umland, soll nach Auffassung des Städtetages der Erwerb von Wohneigentum in der Stadt auch höher bezuschusst werden. "Durch eine Umschichtung innerhalb der Eigenheimzulage könnte die Politik der Abwanderung aktiv entgegensteuern", sagte Articus. Schließlich liege es im gesamtgesellschaftlichen Interesse, die Stadt-Umland-Wanderung einzudämmen. Articus: "Infrastrukturen, wie Schulen oder Kindergärten, die in den Städten bereits vorhanden sind, müssen bei Abwanderung in den Kernstädten abgebaut oder geschlossen werden, während sie mit öffentlichen Mitteln in den Umlandgemeinden neu errichtet werden müssen. Das ist volkswirtschaftlich unsinnig."

Eine Umfrage des Deutschen Städtetages und des Städtetages Nordrhein-Westfalen habe erst unlängst ergeben, dass die meisten Großstädte in den Jahren 1998 und 2000 einen negativen Wanderungssaldo aufwiesen, so zum Beispiel Aachen, Bielefeld, Bonn, Dortmund, Essen, Hagen, Münster, Wuppertal, Berlin, Bremen, Heidelberg, Kassel, Kiel, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Zwickau. Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung: Es gibt sogar Städte, bei denen jährlich immer mehr Bürger ins Umland wandern.

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