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Vienna Twin Tower, Wien: 40.000 m² High-Tech-Glas

(27.1.2002) 138 m Gebäudehöhe, rund 40.000 m² Glasfassade: Der Vienna Twin Tower am Wienerberg ist eines der größten realisierten Glasprojekte Österreichs und ein sehenswertes Beispiel moderner Glasarchitektur (siehe auch Google-Maps und/oder Google-Maps). Die High-Tech-Verglasung des nach nur 30 Monaten Bauzeit im April 2001 eröffneten Bürokomplexes demonstriert die enorme Leistungsfähigkeit heutiger Glastechnologie. Besonders hochwertiges Sonnenschutzglas stellt energiesparend ganzjährig angenehme Raumtemperaturen sicher – ohne Verlust an Transparenz.

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Herzstück des Wirtschaftsstandortes "Vienna Business Park“ in Wien/Österreich: Der Twin Tower mit seiner 40.000m² großen Glasfassade (ipasol natura von Interpane) ist ein Beispiel leistungsfähiger Glastechnologie. Das Sonnenschutzglas er- möglicht bei niedrigen g-Werten mit seiner hohen Lichtdurch- lässigkeit ein Optimum an Transparenz.

Moderne Bürobauten prägen heutzutage Stadtbilder. Sie beeindrucken aber oft mehr durch ihre Gebäudedimensionen als durch ihre Architektur. Auf das neue Herzstück des Wienerbergs trifft dies mit Sicherheit nicht zu: Gebäudeform und -hülle des Vienna Twin Towers entsprechen sowohl architektonisch wie auch funktional höchsten Ansprüchen.

Versetzt und schlank

Mit schräg gegeneinander versetzten Türmen in unterschiedlichen Höhen (138 und 126 Meter) erzielt Architekt Massimiliano Fuksas ein visuelles Spannungsfeld. Wie bei einer Skulptur bieten sich dem Betrachter je nach Standpunkt sehr differenzierte Eindrücke

Auffallend ist zudem die für die Gebäudehöhe ungewöhnliche Schlankheit der Bauten. Jeder Turm hat eine Grundfläche von nur rund 700 Quadratmetern. Trotz der gesamten Nutzfläche der Anlage von 50.000 Quadratmetern dominiert das Bauwerk dadurch die Umgebung nicht, es ragt nur aus ihr heraus.

Offenheit als Gestaltungsziel

Zentrales Ziel der Fassadenarchitektur ist höchste Transparenz. Ein Anliegen, dass ohne den großflächigen Einsatz von Glas nicht realisierbar ist. Wie eine durchsichtige Hülle überzieht die Verglasung das Bauwerk und stellt die vom Architekten gewünschte maximale Offenheit des Gebäudes gegenüber der Umwelt sicher.

Vienna Twin Tower
Durch die besondere Beschichtung des Sonnenschutzglases ipasol natura von Interpane konnte der Architekt ein Gebäudekonzept mit maximaler Offenheit von innen und von außen realisieren.

Unterstützt wird dieser Effekt durch die transparenten Verbindungswege zwischen den Türmen. Die gläsernen Brücken zwischen 19 der insgesamt 37 Turm-Geschosse symbolisieren Kommunikations-Offenheit nach außen und innen.

Zeitsparende Stahlverbundstützen-Bauweise

Aus wirtschaftlichen Gründen war eine frühe Fertigstellung gefordert. Beim Bau der Türme kam deshalb die zeitsparende Verbundstützen-Bauweise zum Einsatz, die sich schon beim Wiener Millennium Tower bewährte. Die horizontale Aussteifung des Gebäudes erfolgt dabei über Verbundstützen und Kernwände. Wesentlicher Vorteil: Das Aushärten der Stahlbetondecken ist nicht erforderlich, um weitere Stockwerke aufzusetzen.

Zentrale Bedeutung besitzen bei diesem Verfahren die speziell für dieses Objekt entwickelten geschosshohen Stahlverbundstützen. Die Besonderheit der vorgefertigten Stützen sind ihre Kopf- und Fußplatten. Sie werden dank dieser Ausbildung stumpf gestoßen und mittels Schrauben sicher und besonders kraftschlüssig verbunden. Jede Stütze trägt dabei bis zu 1.150 Tonnen Gewicht.

Maximaler Klimaschutz trotz hoher Transparenz

Hohe Transparenz und hoher Klimaschutz sind dank moderner Glastechnologie kein Widerspruch mehr. Dies beweist die Verglasung der Gebäude eindrucksvoll. Während bei herkömmlichen Sonnenschutzgläsern der Hitzeschutz zu Lasten der Transparenz geht, verknüpft das eingesetzte High-Tech Sonnenschutzglas ipasol natura des Glasveredlers Interpane einen geringen Sonnenenergiedurchgang mit einer hohen Lichtdurchlässigkeit sowie einem niedrigen Außenreflexionsgrad. Da durch den geringen Wärmedurchgangskoeffizienten (UV =1,0 W/m²K) zudem hoher Wärmeschutz gewährleistet ist, trägt die Verglasung maßgeblich zum energiesparenden ganzjährigen Klimaschutz bei.

Grund für diese hervorragenden Werte ist die hauchdünne Funktionsschicht auf der Innenseite der Außenscheibe im Scheibenzwischenraum, die die einfallenden Sonnenstrahlen selektiert. Die Selektivitätskennzahl erreicht fast die Grenze des physikalisch Machbaren.

Vienna Twin Tower
Bei der Fassadenarchitektur des Vienna Twin Towers wurden auch hohe Ansprüche an den Klimaschutz gestellt. Das Sonnenschutzglas ipasol natura von Interpane bietet einen geringen Sonnenenergiedurchgang, hohe Transparenz und nicht zuletzt einen hohen Wärmeschutz.

Die fristgerechte Lieferung der beeindruckenden Menge von 40.000 Quadratmetern Sonnenschutzglas war für die Profis des Glasveredlers Interpane kein Problem: Gemeinsam sorgten die Werke in Plattling in Bayern und Parndorf in Österreich für die Versorgung des neuen Wahrzeichens des Wienerbergs mit dem transparenten Baustoff.

Arbeitsplätze mit Konzept

Die hohe natürliche Lichtdurchflutung der Büroräume ist wesentlicher Faktor der Gebäude- und Nutzungskonzeption. Eine lebendige, naturnahe Arbeitswelt, in der sich Menschen wohlfühlen und zwanglos kommunizieren, von den Projektverantwortlichen als "living office" bezeichnet, wird angestrebt. Auch außerhalb der Büroräume steht das Wohlgefühl der Nutzer im Vordergrund. So hat das Hochhaus in den Sockelgeschossen ein Entertainment-Center mit Großkino, Gastronomie und zahlreichen Sport- sowie anderen Freizeitmöglichkeiten aufzuweisen.

Herzstück des Vienna Business Park

Federführend war bei dem rund 256 Millionen Mark teuren Großprojekt die Wienerberg City Errichtungsgesellschaft als Tochtergesellschaft der Wienerberger Baustoffindustrie AG und der Immofinanz Immobilien Anlagen AG. Der Twin Tower ist das Herzstück des neuen Wirtschaftsstandortes "Vienna Business Park" am Wienerberg. Für das Jahr 2004 streben die Bauherren das Ende der Bauarbeiten an, inklusive Hotel und Shopping Mall. Der Gesamtkomplex umfasst dann mehr als 115.000 Quadratmeter Nutzfläche – der größte einheitlich gemanagte Bürostandort Wiens.

Zukunftsmusik: Stadt der kurzen Wege

Ein Manko stellt die fehlende Anbindung an das öffentliche Nahverkehrsnetz der Donaumetropole dar. Wienerberg City ist bisher eine "Autofahrerstadt" und erfordert zur Zeit noch hohe Mobilität der Beschäftigten. Das Areal soll deshalb um 1.250 Wohnungen mit rund 95.000 Quadratmeter Wohnfläche erweitert werden. Zusammen mit den schon vorhandenen infrastrukturellen Einrichtungen für Einkauf, Gesundheit und Freizeit und zwei geplanten Schulen sowie Kindertagesstätten ist erst dann das von Planern und Investoren propagierte Motto von der "Stadt der kurzen Wege" verwirklicht.