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ZDB-Vizepräsident Kahl: Wir brauchen neue Lohnstrukturen

(22.1.2002) Zu der Forderung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, die Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 4,5 % zu erhöhen, erklärte der Vizepräsident des Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, Dipl.-Ing. Werner Kahl, in Berlin: "Die diesjährige Tarifauseinandersetzung im Baugewerbe wird nicht in erster Linie durch das Ringen um Lohnprozente bestimmt werden. Wir müssen vielmehr zu grundlegenden tariflichen Strukturveränderungen kommen, um dadurch den Boden für eine Einigung in dem Tarifkonflikt 2002 zu bereiten."

Kahl erklärte weiter, insbesondere im unteren Lohnbereich bei den gering qualifizierten und unqualifizierten Arbeitnehmern müssten die bestehenden Wettbewerbsnachteile gegenüber der Billiglohnkonkurrenz abgebaut werden. Auch die Wettbewerbsverzerrungen gegenüber dem Baunebengewerbe, mit dem das Baugewerbe zunehmend in Konkurrenz stehe, müssten durch eine Angleichung des Tariflohnniveaus abgebaut werden.

Voraussetzung für eine Einigung in der bevorstehenden Tarifrunde ist nach Ansicht von Kahl eine spürbare Verbesserung der Rahmenbedingungen für das deutsche Baugewerbe und ein Abbau der zur Zeit bestehenden Wettbewerbsverzerrungen gegenüber legaler und illegaler Konkurrenz.

"Deshalb gehört auch das Instrument des Mindestlohnes vor dem Hintergrund des laufenden Gesetzgebungsverfahrens zur Bekämpfung von illegaler Beschäftigung und Schwarzarbeit auf den Prüfstand. Die zukünftige Akzeptanz des Mindestlohnes hängt davon ab, dass er wirksamer als bisher in allen inländischen und ausländischen Betrieben durchgesetzt wird", sagte Kahl.

Er erwarte daher von der IG BAU, dass sie sich gemeinsam mit den Arbeitgeberverbänden der Bauwirtschaft für eine Verbesserung des vorliegenden Gesetzentwurfes der Bundesregierung einsetze.

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