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ImmobilienMesse Leipzig (14. bis 16. September 2001) informiert als erste Messe über die "Riester-Rente"

(31.8.2001) Mit dem Jahreswechsel kommt nicht nur der Euro: 2002 tritt auch die neue gesetzliche Regelung zur privaten Altersvorsorge in Kraft. Die so genannte "Riester-Rente" wird für 35 Millionen Bundesbürger weitaus größere Auswirkungen haben als die Euro-Umstellung. Die deutsche Versicherungswirtschaft rechnet damit, dass durch die beschlossene Rentenabsenkung besonders für jüngere Beitragszahler eine neue finanzielle Lücke bei der Alterversorgung gerissen wird, die nicht zu unterschätzen sei.

Als erste deutsche Messe informiert die ImmobilienMesse Leipzig vom 14. bis 16. September 2001 über Möglichkeiten, wie man durch Kapitalanlagen beziehungsweise mittels der staatlich geförderten "Riester-Rente" zur privaten Altersvorsorge beitragen kann. Mehr als zehn Banken, Sparkassen, Finanzdienstleister und Versicherungen werden die Messebesucher zu diesem Thema beraten. Zwei Aussteller geben vorab Tipps, was bei der "Riester-Rente" unter anderem zu beachten ist:

"Mit einer privat angesparten Rente, zu der staatliche Zuschüsse gezahlt werden, kann zumindest die neue Rentenlücke geschlossen werden", betont Angela Kröwing vom Deutschen Herold/Vertriebs- und Marketing-Service Deutsche Bank 24. Allerdings hätten sich bislang erst wenige der dafür in Frage kommenden Bundesbürger umfassend informiert. Und kaum jemand hätte einen der bereits angebotenen Rentensparverträge unterschrieben. "Zumindest für ein intensives Beratungsgespräch, bei dem die gesamte Finanzsituation analysiert und eine Strategie ausgearbeitet werden sollte, ist es inzwischen höchste Zeit", rät Frau Kröwing. Denn zum Jahreswechsel erwartet sie mit einem sehr großen Andrang.

Die Bundesregierung hat inzwischen die Kriterien bekannt gegeben, die die Verträge erfüllen müssen, damit die Versicherten später die Zuschüsse erhalten. "Die Vorgaben sind sehr eng gefasst, so dass sich die einzelnen Produkte der Versicherungen nur begrenzt unterscheiden", berichtet Mario Rostenbeck von der Victoria Lebensversicherung. Wichtig sei für den Kunden, sich die Zertifizierbarkeit der Police nachweisen zu lassen und den Abschluss in eine Gesamtstrategie zur Alterssicherung einzubringen. Als problematisch sieht die Victoria die Regelungen zur Bildung von Wohneigentum an, das im Alter durch mietfreies Wohnen ebenfalls zur Entlastung beitragen könnte. Nach den jetzigen Regelungen seien die Beträge für das Ansparen gerade in den neuen Bundesländern viel zu gering, um nennenswerte Summen in einen Immobilienerwerb einbringen zu können. Insofern bestehe die Gefahr, dass Eigenvorsorge in Form eines privaten Rentensparplanes den Bauwilligen das ohnehin knappe Eigenkapital für die eigenen vier Wände beschneidet.

Das sieht man beim Deutsche Herold nicht anders. Auch Angela Kröwing rät zum Aufbau möglichst mehrerer Säulen der finanziellen Absicherung im Alter. So sollten sich alle Beschäftigten bei ihrem Unternehmen nach den Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge erkundigen, auf deren Förderung ab Januar 2002 ein Anrecht besteht. Sinnvoll kann außerdem eine zusätzliche Police mit Kapitalwahlrecht sein, was das Riestermodell prinzipiell ausschließt. Zu überdenken seien in einem Beratungsgespräch immer auch die individuellen Gegebenheiten. Wer zum Beispiel jetzt schon sicher wisse, dass er seinen Lebensabend außerhalb Deutschlands verbringen werde, habe vom Riester-Modell nichts, weil die Zuschüsse bei einem Umzug ins Ausland zurückgezahlt werden müssten.

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