Redaktion  || < älter 2001/0346 jünger > >>|  

Schimmelpilzallergien durch Schimmelbefall in Innenräumen können aufgrund mangelnder Testmöglichkeiten der Medizin nicht erkannt werden

(23.7.2001) Die 5. Pilzfachtagung des VdB stand unter dem Motto: Qualitätsziele der Schimmelpilzdiagnostik: Sicher erkennen, medizinisch betreuen, problemorientiert bewerten und sicher beseitigen

Auf der Fachtagung des Berufsverbandes Deutscher Baubiologen (VDB) e.V., die in Kooperation mit dem Landesgesundgesundheitssamt Baden-Württemberg am 08. und 09. Juni 2001 in Stuttgart stattfand, haben Experten erneut bekräftigt, Schimmelpilze in Innenräumen sind kein Randthema mehr, sondern zentraler Bestandteil bei gesundheitlichen Bewertungen von Umweltrisiken in Innenräumen. Schimmelpilze gehören zu den bedeutendsten Allergenen im Innenraum, die medizinischen Nachweismethoden allerdings nur unzureichend vorhanden sind!

Aus wissenschaftlicher Sicht wird bekräftigt: Schimmelpilze gehören zu den häufigsten und kritischsten Innenraumschadstoffen der heutigen Zeit. Auf dem Fachkongress wurde deutlich, dass Schimmelpilze schwere Krankheiten wie Krebs, Immunsuppressionen, Nervenleiden, Atemwegserkrankungen, Hauterkrankungen, Migräne etc. verursachen können.

Allerdings ist der individuelle Nachweis für die Betroffenen, aufgrund der fehlenden Diagnosemöglichkeiten durch den Mediziner häufig nicht möglich.

Die Pharmaindustrie stellt Allergen-Schimmelpilzpräparate zur Verfügung, die für den Innenraum nicht relevant sind und seit 15 Jahre nicht mehr aktualisiert wurden. Das Dilemma: Trotz der gestiegenen Zahl an Pilzproblemen im Innenraum, trotz der Eindeutigkeit einer Gesundheitsgefährdung durch Schimmelpilze, wird die Diagnose einer Schimmelpilzallergie oder Schimmelpilzinfektion selten gestellt, da mit unzureichenden Allergietests gearbeitet wird.

Der Berufsverband Deutscher Baubiologen (VDB) e.V. fordert deshalb die Pharmaindustrie auf, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu berücksichtigen und die Schimmelpilz-Allergene für die medizinische Diagnose zur Verfügung zu stellen, die bei einem Schimmelpilzschaden im Innenraum vorkommen und den neusten Erkenntnissen angepaßt sind.

Zum jetzigen Zeitpunkt muss davon ausgegangen werden, dass jeder Schimmelpilz allergen wirken kann. Der VDB e.V. rät im Sinne einer gesundheitlichen Vorsorge bei sichtbarem Schimmelpilzbefall die Ursache für das Schimmelpilzwachstum im Innenraum aufzuspüren und zu beseitigen. Ein oberflächliches Entfernen des sichtbaren Befalls hilft nur kurzfristig und stellt keine dauerhafte Abhilfe dar.

Betroffenen kann nur geholfen werden, wenn die Ursachenfindung in den Vordergrund gestellt wird und dabei qualifizierte Umweltdiagnostik vor Ort durch Baubiologen erfolgt.

Weitere Fragen beantwortet das Gesünder-Wohnen-Telefon mit der gebührenfreien Rufnummer:

  • 0800 - 2001 007 (an Werktagen von 09.00 bis 18.00 Uhr)

siehe auch:


zurück ...