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Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB): Dem Bau fehlen Impulse

(17.6.2001) Auch für Mai berichten die Bauunternehmen vorrangig über eine unbefriedigende Geschäftslage. Günstigere Bewertungen treffen vereinzelt westdeutsche Betriebe, die im gewerblichen oder sonstigen Tiefbau tätig sind. Das ergab die monatliche Umfrage des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB) unter seinen Mitgliedsbetrieben.

Bei den Auftragseingängen ist überwiegend keine saisonale Belebung auszumachen. Die Baunachfrage wird von den meisten Betrieben als vergleichbar mit der im Vormonat bewertet. In Ostdeutschland berichten Tiefbaubetriebe von einer leicht gestiegenen Ordertätigkeit. Im westdeutschen Wohnungsbau fiel in einigen Regionen die Baunachfrage schwächer als im April aus.

Die Bautätigkeit blieb für die meisten Betriebe gegenüber dem Leistungsvolumen des Vormonats annähernd stabil. Zunehmende Bauleistungen verzeichneten einige Tiefbaubetriebe im Westen wie im Osten. Die Beschäftigung wurde nur in wenigen Fällen auf- bzw. abgebaut. In der Mehrzahl berichten die Betriebe von einem gleich gebliebenen Personalbestand.

Die Auftragsbestände gelten nach wie vor als zu gering. Die durchschnittliche Reichweite lag im westdeutschen Bauhauptgewerbe wiederum unter zwei Monaten. Für die im Straßenbau tätigen Betriebe ergibt sich eine geringfügige Abnahme auf 1,7 Monate. Ansonsten betrug die Größe 1,9 Monate. Die ostdeutschen Betriebe des Bauhauptgewerbes weisen Auftragsbestände mit Reichweiten zwischen 1,3 Monaten (sonstiger Tiefbau) und 1,5 Monaten (Hochbau) auf.

Die Baupreise zeigten kaum Veränderungen. Allerdings halten die Meldungen über nachgebende Preise an. Ursächlich dafür seien nach wie vor Anbieter, die rechtliche Bestimmungen unterlaufen. Billigangebote, die aufgrund des Einsatzes subventionierter Personalkosten möglich werden, bekämen ebenfalls den Zuschlag.

Die finanziellen Rahmenbedingungen behindern in westdeutschen und ostdeutschen Betrieben die kontinuierliche Produktionsdurchführung. Die katastrophale Zahlungsmoral vieler Auftraggeber und restriktives Verhalten der Banken bei Finanzierungen bringen insbesondere in Ostdeutschland Bauunternehmen an den Rand der Existenzkrise.

Auftragssituation und Ertragslage halten die Investitionsneigung weiterhin niedrig. Ersatzbeschaffung und Rationalisierung sind die Investitionsziele. Auch das nach wie vor geringe Niveau der Geräteauslastung (57 % im Westen, 50 % im Osten) geben keinen Anlass zu Erweiterungsinvestitionen.

Entsprechend den praktisch unveränderten Rahmenbedingungen bleiben die Erwartungen an die Entwicklung in den nächsten drei Monaten gedämpft. Es dominieren die Einschätzungen hinsichtlich einer Beibehaltung des gegenwärtigen Niveaus. Wenn Veränderungen erwartet werden, dann betreffen sie ungünstigere Entwicklungen bei der Geschäftslage, dem Auftragsvolumen oder den Preisen.

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