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Umweltschonend Heizen - Strom ist zu wertvoll zum Heizen

(10.4.2001) Das Bundesumweltministerium hat stärkere Anstrengungen zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Energieeinsparung gefordert. Als besonders kritisches Beispiel für fehlende Nachhaltigkeit in der Energieversorgung nannte Bundesumweltminister Jürgen Trittin den Einsatz von Strom für die Wärmeversorgung in Gebäuden. "Hier wird die Physik auf den Kopf gestellt", sagte Trittin auf einer Veranstaltung der Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke (VDEW) Ende 2000 in Hannover. Mit Hinweis auf die geringe Ausnutzung der Primärenergie bei Nachtstromspeicherheizungen sagte Trittin: "Wir sollten damit aufhören, höchstwertige Energie für die energetisch geringwertige Bereitstellung von Niedertemperaturwärme einzusetzen. Strom ist zu wertvoll, um ihn lediglich zum Heizen von Häusern zu verwenden".

Strom ist eine Sekundärenergie und muss im Gegensatz zu Erdgas und Heizöl erst erzeugt werden. Bei der Stromerzeugung in Deutschland entstehen im Mittel rund 60 Prozent Umwandlungsverluste. Das liegt insbesondere daran, dass die ebenfalls entstehende Wärme nicht genutzt, sondern über Kühltürme an die Umwelt abgegeben wird.

Umweltschonendes Heizen fängt bei der Wahl des Energieträgers an. Darauf weist jetzt die ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch hin. Eine Stromspeicherheizung hat, auf die eingesetzte Energie bezogen, einen über 4-fach höheren Kohlendioxid-(CO₂)-Ausstoß als eine Erdgas-Brennwertheizung. Das Treibhausgas CO₂ wird wesentlich für die Erwärmung des Erdklimas verantwortlich gemacht.

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Die Grafik zeigt den CO₂-Ausstoß typischer Heizsysteme. Zugrunde liegt eine Untersuchung nach GEMIS 3.0, einem vom hessischen Umweltministerium herausgegebenen System für Gesamt-Emissionsbetrachtungen.

Erdgas weist von allen fossilen Energieträgern bei der Verbrennung die günstigste CO₂-Bilanz auf, denn es hat den höchsten Wasserstoffanteil und den niedrigsten Kohlenstoffgehalt. Außerdem verursacht Erdgas praktisch keine Emissionen an Schwefeldioxid und Staub.

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