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Bundesarchitektenkammer: Architekturexport als Zukunftsmarkt

(16.2.2001) Dass Architektenschaft und Bundeswirtschaftsministerium in Exportfragen enger zusammenarbeiten wollen, kündigte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie Siegmar Mosdorf heute in Berlin an. Anlass war das von der Bundesarchitektenkammer (BAK) im Rahmen der "Initiative Architektur und Baukultur" veranstaltete Informationsforum "Architekten - Exportieren mit Plan".

Siegmar Mosdorf begründete das Engagement des Bundeswirtschaftsministeriums mit der "doppelten Chance", die der Architekturexport eröffnet: "Durch Auslandsengagement können sich Architekten neue Märkte erschließen. Zugleich sind sie damit Exportkatalysator für andere, insbesondere auch mittelständische Unternehmen." Als konkrete Hilfestellungen des Ministeriums nannte Siegmar Mosdorf Kooperationsbörsen, Instrumente der Außenwirtschaftsförderung und das E-Commerce-Kompetenzzentrum für Freie Berufe.

Was Architekten selbst für Erfolg im Auslandsgeschäft tun müssen, verdeutlichten vier Werkstattgespräche. Insgesamt 20 Referenten vermittelten den knapp 100 Teilnehmern aussichtsreiche Strategien für den Architekturexport. Als wesentliche Faktoren nannten sie:

  • die Spezialisierung,
  • die Bildung von Netzwerken,
  • ortsbezogene Entwürfe,
  • den intensiven Dialog mit potenziellen Auftraggebern und
  • hohe Qualität.

Wettbewerbsstärken wie Vertragstreue, hohe Detailtiefe sowie ökologische und technische Kompetenz wirkten im Auslandsgeschäft häufig als Türöffner, so BAK-Geschäftsführer Christoph Münzer. Dieser Vertrauensvorsprung müsse von deutschen Architekten genutzt werden, um ihre Kreativität unter Beweis zu stellen: "Was dann zählt, ist die Entwurfsstärke".

Die Veranstaltung zeigte, dass Architekturexprot mehr ist als die Erschließung neuer Märkte. Die Hürden des Auslandsgeschäfts zwingen zu einer Optimierung der angebotenen Leistungen. Architekturexport kann so auch zu einem Plus im Inlandsgeschäft führen.

Architekturexport ist aber auch mehr als die Eröffnung wirtschaftlicher Chancen, wie der Architekt Meinhard von Gerkan und Wolfgang Neusüß vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen unterstrichen. Architekturexport leistet einen wichtigen Beitrag zum internationalen Kulturaustausch.

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