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Funktion und Wartung berührungsloser Armaturen

(12.9.2000) In öffentlichen und gewerblichen Sanitäranlagen sind Waschtisch- und Toiletten-Armaturen häufig mit Bakterien und Viren belastet. Sie können Durchfallerkrankungen und unterschiedliche zum Teil mit Fieber verbundene Infektionen verursachen. Elektronisch gesteuerte Armaturen verhindern die Übertragung unerwünschter Erreger. Sie kommen dort zum Einsatz, wo aus hygienischen Gründen eine Berührung mit der Hand nicht erlaubt ist. Häufigster Vertreter sind die mit Infrarot gesteuerten Armaturen. In Funktion und Wartung problemlos zu handhaben, werden diese Armaturen den vorgeschriebenen Ansprüchen gerecht.

In hygienisch sensiblen Bereichen sind Armaturen, die nicht von Hand bedient werden, schon lange Pflicht. Beispiele dafür sind:

  • Krankenhäuser,
  • medizinische Laboratorien,
  • Arzt- und Heilpraxen,
  • OP-Räume,
  • Großküchen, gewerblich genutzte Küchen,
  • Fleisch verarbeitende Betriebe (z. B. Schlachthöfe, Fleisch- und Wurstabteilungen in Supermärkten, Metzgereien)
  • Raststätten auf Autobahnen

Die entsprechenden Vorgaben sind in EU-Richtlinien, Unfallverhütungsvorschriften oder im Bundesgesundheitsblatt verankert. Diese gesetzlichen Bestimmungen können auf verschiedene Art und Weise erfüllt werden. Zum einen mit einem Wandthermostat, der mit dem Ellbogen bedient wird, zum anderen mit einem Schalter, der mit dem Fuß oder mit dem Knie betätigt wird. Die eleganteste, sicherste und auch wassersparsamste Lösung ist die berührungslos gesteuerte elektronische Armatur.

In den bereits erwähnten Einsatzbreichen werden vorwiegend elektronisch gesteuerte Waschtischarmaturen eingebaut. Die Steuerung dieser Elektronikarmaturen kann unterschiedlicher Art sein. So gibt es Elektronikarmaturen mit Radar- oder Magnetfeldsteuerung sowie Armaturen, die über Infrarot gesteuert werden.

Die Magnetfeldsteuerung kommt inzwischen nicht mehr zum Einsatz, und auch Radarsteuerungen sind an elektronischen Waschtischarmaturen eher selten. Am häufigsten werden Armaturen mit einer infrarotgesteuerten Elektronik installiert. Diese – auch optoelektronisch genannte – Steuerung besteht aus einer Sende- und einer Empfangsdiode. Die Sendediode strahlt für das menschliche Auge nicht sichtbares Infrarotlicht in Form einer so genannten Schaltkeule aus. Kommt nun ein Benutzer mit den Händen in den Bereich dieser Schaltkeule, wird das ausgesandte Infrarotlicht reflektiert und von einer Empfangsdiode wahrgenommen. Daraufhin wird die Magnetspule des Magnetventils kurzzeitig mit Strom beaufschlagt und dadurch das Magnetventil geöffnet. Der Wasserfluss bleibt dann solange aufrechterhalten, bis der Benutzer seine Hände aus dem Bereich der Schaltkeule nimmt. Auf Grund fehlender Reflektion wird dann von der Empfangsdiode kein Infrarotlicht mehr wahrgenommen. Daraufhin wird die Magnetspule des Magnetventils wiederum (diesmal in umgekehrter Polung) kurz mit Strom beaufschlagt, so dass der Schließvorgang des Magnetventils eingeleitet wird. Das Aussenden des Infrarotlichtes und die daraus resultierende Schaltkeule kann sowohl horizontal als auch vertikal erfolgen.

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horizontaler Infrarotstrahl

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vertikaler Infrarotstrahl

Stromversorgung

Welche Energiequelle für die Elektronik der Waschtischarmaturen in Frage kommt, hängt von den technischen Gegebenheiten ab. Bei Nachrüstungen oder Anlagen, die grundsätzlich im Niederspannungsbereich betrieben werden (OP-Räume), sowie bei Anlagen, die nicht in das Stromnetz einbezogen werden können, werden Elektronikarmaturen mit integrierter Batterie eingesetzt. Dabei handelt es sich um einen gewöhnlichen 6-Volt-Lithiumblock, wie er auch in Fotoapparaten eingesetzt wird. Seine Lebensdauer ist abhängig von der Benutzungshäufigkeit der Armatur. Bei intensiver Nutzung kann von einer Lebensdauer von fünf Jahren ausgegangen werden. Bei extremer Nutzung verringert sich die Betriebsdauer entsprechend.

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Werden Elektronikarmaturen in Bereichen eingesetzt, in denen sie sehr häufig benutzt werden, sollte von einer Batterielösung abgesehen werden und eine Armatur mit Netzanschluss eingebaut werden. Auch die Armaturen mit Netzanschluss arbeiten im Niederspannungsbereich. Im mitgelieferten Steckernetzteil ist ein Transformator integriert, der die Netzspannung von 230 Volt auf 6 Volt transformiert.

Wartung

Regelmäßige Wartungen an elektronischen Waschtischarmaturen sind nicht unbedingt notwendig. Von Zeit zu Zeit muss sicherlich der Perlator ausgebaut und gereinigt werden. Sollte der Austausch der Batterie anstehen, so ist auch dies in aller Regel in wenigen Arbeitsschritten machbar. Ein weiteres Funktionsteil, das eventuell gewartet werden muss, ist der Reiber, mit dessen Hilfe die Warm-/ Kaltsteuerung vorgenommen wird. Bei modernen Armaturen lässt sich aber auch dieser ohne den Ausbau der kompletten Armatur warten. Sollte tatsächlich einmal ein Ausfall des kompletten Elektronikteils vorkommen, so kann auch dieses problemlos ausgetauscht werden, da im Elektronikteil selbst keine Reparatur vorgenommen werden kann und es daher als komplettes Modul ausgetauscht wird.


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