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Duftstoffe - Vorsicht vor allem bei Allergikern und schwangeren Frauen

(28.6.2000) Etwa 160 Millionen Mark gaben die Bundesbürger im vergangenen Jahr für Raumsprays, Duftgele, Duftkerzen oder aromatische Öle aus, um Wohlgerüche in die guten Stuben zu zaubern.

Nach einem Bericht der Zeitschrift VITAL warnen aber vermehrt Fachleute vor unerwünschten Nebenwirkungen. Besonders betroffen seien unter anderen Allergiker und schwangere Frauen. So habe eine Untersuchung der Universität von Bristol (England) mit 14.000 schwangeren Frauen ergeben, dass die Versuchspersonen, die täglich Produkte zur Luftverbesserung benutzten, deutlich häufiger unter Kopfschmerzen und postnatalen Depressionen litten als eine Vergleichsgruppe, die seltener künstlichen Düften ausgesetzt war.

Babys, die sich regelmäßig in aromatisierten Räumen aufhielten, hatten laut Vital öfter Ohr-Infektionen und Durchfall. Eine besondere Gefahr bestehe aber für Allergiker. Untersuchungen hätten gezeigt, dass Duft- und Aromastoffe eine mögliche Ursache für Überempfindlichkeits-Reaktionen sein können. Wissenschaftler der "Kommission Innenraumlufthygiene" hätten gewarnt: "Wenn Sie zu Allergien neigen oder unter unspezifischen Befindlichkeitsstörungen leiden, sollten Sie Riech- und Aromastoffe vermeiden." Es spiele dabei keine Rolle, ob es sich um synthetische Duftstoffe oder Naturprodukte wie Zimt- oder Bergamotteöl handele. Bei Aromen sei für Allergiker die reine Natur oft problematischer als der Stoff aus dem Chemielabor. Synthetischen Substanzen fehlten oft die typischen allergenen Wirkungen. Experten empfehlen laut VITAL daher, Duftkerzen, Aromalampen und elektrische Verdunster nur zu besonderen Gelegenheiten beziehungsweise nur zu therapeutischen Zwecken einzusetzen.


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