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AVA in 3D mit Bechmann BIM

(6.2.2015; BAU-Bericht) Die Bechmann + Partner GmbH hat mit Bechmann BIM ein Programm entwickelt, welches die Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung von Bau­projekten in BIM-Prozesse einbindet. Im Gegenzug gewinnen die üblichen „Textwüs­ten“ einer AVA-Software durch interaktive dreh-, schwenk- und zoombare 3D-Modelle ein gehöriges Maß an Attraktivität und Transparenz, so dass sich nicht nur der Spaß­faktor von Mengenermittlungen und Ausschreibungen erhöhen, sondern auch Zeitauf­wand und Fehleranfälligkeit verringern sollten. Hinzu kommt, das Änderungen am zen­tralen BIM-Modell durch andere BIM-Programme (CAD, Tragwerksplanung, TGA,...) in die laufenden Bearbeitungen übernommen werden.

Zum BIM-Konzept gehört, dass die verwendeten Gebäude-Modelle und die darin ent­haltenen Bauteile eine sehr große Informationstiefe bereitstellen können. Aufgrund der hinterlegten und kontinuierlich gepflegten Informationen kann sich so schon sehr früh eine hohe Kosten-, Planungs- und Terminsicherheit ergeben. Durch die dreidimensio­nale Visualisierung des BIM-Modells wird zudem die Mengenermittlung und Ausschrei­bung erheblich übersichtlicher: Der Planer muss beispielsweise nicht mehr anhand langer LV-Listen die Pläne nach den Mengen und Massen durchsuchen, die zu einer Position gehören. Er kann vielmehr nun ...

  • sich durch das 3D-Gebäudemodell „bewegen“,
  • Bauteile anklicken und sich alle oder selektierte (AVA-)Infos dazu anzeigen las­sen,
  • weitere Bauteile gleichen Typs highlighten lassen oder andererseits
  • das Pendant / die Pendants zu einer AVA-Position im Gebäudemodell anzeigen lassen.

Bechmann BIM arbeitet mit eigenem Mengengerüst

Auf der Grundlage eines übernommenen BIM-Modells erstellt Bechmann BIM zunächst ein eigenes lokales Mengengerüst. Darin lassen sich dann die zu erbringenden Leistun­gen in ihrer Qualität und mit den jeweiligen Berechnungsmethoden bestimmen und auswerten. Auch Änderungen seitens der beteiligten Partner, die sich im Verlauf des Planungsprozesses ergeben, sollen jederzeit eingebunden werden können:

  • Zeigt sich beispielsweise während des Aushubes, dass der Untergrund von den bisherigen Annahmen abweicht und das Fundament zu verstärkten ist, dann ar­beitet der Statiker dies in seine Planung ein.
  • Die neuen Daten werden von Bechmann BIM eingelesen.
  • Geänderte Abmessungen, Bauteile und Leistungen werden dann in der grafi­schen Visualisierung der BIM-Daten markiert.
  • Darüber hinaus dokumentiert das Programm diese Planungsänderung und hin­terlegt diese Information im Bauteil. Etwaige Kostenänderungen sind so stets transparent und nachvollziehbar.

„Kostenelemente“ als Dreh- und Angelpunkt

Innerhalb des Bechmann BIM-Modells werden die einzelnen Bauteile mit parametri­schen Kostenelementen verknüpft. Diese können die Planer selbst erstellen und dabei auf ihre eigene Bibliothek zurückgreifen, sie können aus Baudatenbanken stammen oder aus einer Kombination von beidem bestehen. Die Kostenelemente bündeln die In­formationen über sämtliche Leistungen in der Erstellung eines Bauteils – von der Bau­konstruktion bis hin zur Oberflächengestaltung. Dabei berücksichtigen sie sowohl die unterschiedlichen Maßeinheiten der Materialien als auch die Richtlinien, welche die VOB vorgibt. Erstellt man beispielsweise das Kostenelement „Boden mit Parkett“, erhalten ...

  • Estrich, Trittschalldämmung, Folie und Parkett die Maßeinheit Quadratmeter,
  • die umlaufenden Leisten die Maßeinheit Meter und
  • Bodensteckdosen die Einheit Stück.

Und gibt es eine Öffnung in der Wand, weiß das Kostenelement beispielsweise auch, bis zu welcher Größe dieses übermessen werden darf.

Die Informationstiefe eines Kostenelements wird sich bei fortschreitender Planung au­tomatisch immer weiter vergrößern: Sind in der Entwurfsplanung die Decken oder tra­genden Stützen nur als Stahlbeton hinterlegt, kann diese Information weiter spezifi­ziert werden, wenn die Berechnungen für die Bewehrungen durch den Statiker vorlie­gen. Das Kostenelement weiß dann, wieviel Stahl tatsächlich notwendig ist und wel­che Kosten dieser verursacht. Ähnlich verhält es sich mit allen weiteren Informatio­nen, die im Laufe des Planungs- und Ausführungsprozesses hinzukommen. Auflagen des Brandschutzes fließen ebenso ein wie weitere Erkenntnisse der Fachplaner, des Kostenkontrolleurs, der Baufirma oder von Bauprodukte-Herstellern. Durch die Hinter­legung dieser Informationen im Kostenelement ist der Planer unmittelbar über die Auswirkungen auf die Kostensituation im Bilde. Das 3D-Modell visualisiert zugleich, welche Bauteile davon betroffen sind.

Weitere Erkenntnisse aus topologischen Zusammenhängen

Hinzu kommt die spezielle „Intelligenz“ der Bauteile: Jedes Bauteil „weiß“ ob es Stüt­ze, Wand, Boden, etc. ist, ob tragend oder nicht, innen oder außen, in welchem Ge­schoss es sich befindet, was wo und wie anschließt, usw. Sprich: Die Bauteile kennen ihre Beziehungen zu allen sie beeinflussenden anderen Bauteilen oder Einbauteilen und lassen dieses „Wissen“ in die Aufmaße einfließen. Stoßen beispielsweise zwei Wände aufeinander, entfällt diese Stoßfläche beim Aufmaß des Wandbelages usw.

Filter für die Bemusterung

Die Bemusterung der Bauteile, also die Verknüpfung mit dem jeweiligen Kostenelement, erfolgt entweder per Drag&Drop für einzelne Bauteile oder aber wesentlich komfortab­ler über den Einsatz von Filtern für eine Gruppe von Bauteilen mit besonderen Eigen­schaften: So lassen sich beispielsweise alle Außenwände ermitteln und dann als Au­ßenwand mit Wärmedämmverbundsystem bemustern. Solche Filter können weiter spe­zifiziert werden, um z.B. nur die Außenwände der ersten drei Geschosse zu selektie­ren. Die dritte Möglichkeit besteht in einer hinterlegten Zuweisung zur Bemusterung immer wiederkehrender Bauteil-Kostenelemente-Kombinationen.

Von den Kostenelementen zur Kostenauswertung

Anhand der den Bauteilen zugewiesenen Kostenelemente erfolgt auch die Kostenaus­wertung. Durch die Verknüpfung mit den Kostenelementen sind für jede einzelne Bau­leistung jene Informationen hinterlegt, die eine Auswertung nach DIN 276 oder nach einzelnen Leistungsbereichen ermöglicht. Der Planer ist so zu jedem Planungszeitpunkt über die Kosten jedes einzelnen Bauteiles aber auch des gesamten Projektes infor­miert.

Die Kostenelemente lassen sich im weiteren Plaungsverlauf in Leistungsverzeichnisse (meist den ausführenden Gewerken entsprechend) aufgliedern, wobei die Mengenge­rüste der einzelnen Leistungsbeschreibungen (Positionen) weiterhin dynamisch mit dem Modell verknüpft sind. Alle Korrekturen und Ergänzungen in den zugrundeliegen­den BIM-Modellen werden in die LVs automatisch übernommen. Gleichzeitig können per Mausklick auf einzelne LV-Positionen die Angaben im Fachmodell visuell überprüft und gegebenenfalls innerhalb des 3D-Modells auch korrigiert werden.

LV-Vergabe als Zäsur

Mit der LV-Vergabe entsteht ein rechtsgültiger Vertrag zwischen Planer und Auftrag­nehmer. Entsprechend sind die zu dieser Zeit existierenden Planungen Vertragsgrund­lage. Aus diesem Grund wird das zu diesem Zeitpunkt aktuelle Mengengerüst von Bechmann BIM als unveränderliche Basis für die weiteren Prozessschritte gespeichert. Alle Bau- und Planungsänderungen, die sich nach der LV-Vergabe ergeben, werden mit den aktuellen Daten zwar eingelesen und mit den alten Daten abgeglichen, die Än­derung wird jedoch protokolliert und gekennzeichnet. Das heißt, die Vergabemengen bleiben hierbei unverändert und die zu erwartenden Abrechnungsmengen werden an­gepasst. Damit kann der Planer jederzeit sämtliche Änderungen im 3D-Modell visuali­sieren - deren Ort, Zeitpunkt, Mehr- und Minder-Mengen sowie ihre Ursache. Wenn beispielsweise der Baugrund eine andere Fundamentierung notwendig macht als be­auftragt, wird diese Änderung mit Datum, Ursache und Mengenverschiebung doku­mentiert und die daraus entstehenden Kosten werden sichtbar gemacht. Der Planer behält so weiterhin die Kostenentwicklung des Projektes im Blick. Darüber hinaus kann er die Kostenänderungen und ihre Ursache leicht anderen Baubeteilgten und den Auftraggebern erkennbar und vertändlich machen.

Die Abrechnung erfolgt ebenfalls auf Grundlage des Modells in Bechmann BIM. Auch hier berücksichtigen die in den Kostenelementen hinterlegten Informationen alle Vor­gaben der VOB für das korrekte Aufmaß entsprechend Baustoff und Gewerk; beispiels­weise bis zu welcher Größe Wandöffnungen vom Maler übermessen werden dürfen etc. Auch innerhalb der Abrechnung ist es wieder möglich, bei der Anzeige zwischen Auf­listung und Modell zu wechseln und dem Bauherrn dadurch zu visualisieren, welche Änderungen warum entstanden sind, welche Folgen das hat und welche Kosten da­durch entstehen. Dieser Grundsatz der Nachvollziehbarkeit in der Liste und zugleich im Modell zieht sich durch sämtliche Prozessschritte von der ersten Kostenschätzung bis zur Abschlussrechnung.

Aufgrund der Informationstiefe der Bauteile kann der Planer die Abrechnung unter un­terschiedlichsten Aspekten auswerten und darstellen. Er kann die Abrechnung nach Baufortschritt darstellen, nach Änderungen und Korrekturen auswerten und die Pro­tokollierung der Änderungen parallel stellen. Auch eine vergleichende Auswertung ist möglich - z.B. Kosten nach Ursprungsplanung gegenüber tatsächlicher Planung inklu­sive Änderungen.

Weitere Informationen zu Bechmann BIM können per E-Mail an Bechmann angefordert werden.

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